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Shree Makendra Secondary School

Shree Makendra Secondary School

Am Donnerstag sind wir zu unser letzten Schule aufgebrochen. Diese befindet sich im Heimatdorf von Mukesh und ist nur wenige Minuten zu Fuß von seinem Haus entfernt. Sie unterrichtet 70 Schüler von der Vorschul- bis zur achten Klasse.

Wir wurden wieder sehr herzlich begrüßt und direkt im Lehrerzimmer vom Schulleiter und mehreren Lehrern empfangen. Nach einer kurzen Unterhaltung haben wir die Möglichkeit bekommen das Schulgelände zu besichtigen. Schon auf den ersten Blick ist die Zerstörung durch das Erdbeben zu erkennen. Alle der vier Bestandsgebäude weisen Schäden auf, eines musste sogar abgerissen werden. Bei einem zweiten sind die Aufbaumaßnahmen bereits in vollem Gange, hier werden zur Zeit eingestürzte Wände wieder aufgebaut. Durch den Mangel an Räumlichkeiten müssen die Kinder teilweise draußen oder in einer für die Übergangszeit im Schulhof temporär aufgebauten Bambushütte unterrichtet werden. Beide Notlösungen funktionieren leider nur bei gutem Wetter, sobald sich die Wetterlage verschlechtert oder eine kältere Jahreszeit beginnt, wird das Unterrichten nahezu unmöglich.

Trotz der schlechten wirtschaftlichen Lage für staatliche Schulen hat sich bei der Schule in Sankhu ein potenzieller Unterstützerkreis gefunden, so können die anfallenden Reparaturen erledigt und das fehlende Gebäude wieder aufgebaut werden. Neue sanitäre Einrichtungen sind fast fertig gestellt. Da es bereits Hilfe von außerhalb gibt und der Platz auf dem Schulgelände begrenzt ist, können wir die Schule mit unserem Projekt leider nicht unterstützen. Nichtsdestotrotz benötigt die Schule dringend Unterstützung in Form von Schulmaterialien, neuen Tischen und Stühlen, Solarzellen und vielem mehr.

Da auf dem Schulgelände gerade sehr viel gebaut wird und die alten Gebäudereste und Tragsysteme, wahrscheinlich zur Wiederverwendung gesammelt und aufbewahrt wurden, konnten wir uns die Konstruktion einer „herkömmlichen“ staatlichen Schule genauer anschauen. Zusammen mit den Informationen aus den anderen Schulen ist uns nun das genaue Funktionsprinzip der Gebäude auch hinter dem Mauerwerk klar. Damit ist nun auch eine Analyse der Bestandskonstruktion möglich.

Shree Makendra Secondary School2

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Steckbrief: Yag Bahadur Aryal

Yag Bahadur Aryal

  • Age: 39
  • Schulleiter Urleni Lower Primary School
  • Sindhupalchowk, Urleni

Mr. Aryal diente sechs Jahre beim Militär, bevor er in sein Heimatdorf zurückkam und die Stelle des Schulleiters übernahm. Er wohnt am Hang des Berges auf dem die Schule steht und legt jeden Tag einen anderthalbstündigen Weg bis zu seinem Arbeitsplatz zurück. Zusammen mit seinen drei Kollegen unterrichtet er nicht nur die Kinder, sondern verköstigt sie darüberhinaus auch über die Mittagszeit. Nach einer herzlichen Begrüßung führte Mr. Aryal uns auf dem Gelände herum und erzählte uns begeistert von seiner Schule.

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Urleni Lower Primary School in Sindhupalchowk

Urleni1

Nach einer halbstündigen Busfahrt mit anschließenden zwei Stunden Wanderung steil bergauf, begrüßten uns glückliche Kindergesichter mit einem freundlichen Namaste. Wir hatten unser Ziel auf dem Gipfel einer der Berge am südlichen Rand des Himalaja erreicht. Das Dorf Urleni liegt sehr abgeschieden und besitzt keine Zufahrtsstraße, wodurch die Erreichbarkeit erheblich erschwert wird. Die Urleni Primary School unterrichtet 52 Schüler, die derzeit auf die Klassenstufen eins bis drei aufgeteilt sind.

Durch das Erdbeben wurde eines der beiden Gebäude komplett zerstört. Der erhaltene Bau droht ebenfalls bei einem weiteren Erdbeben einzustürzen. Auch die sanitären Anlagen sind nur notdürftig hergerichtet. Temporär wurde ein Gebäude aus Wellblech und Holz errichtet, um das zerstörte zu ersetzen und drei Klassenräume bereitzustellen.

Benötigt werden vier bis sechs Klassenräume. Die Schule möchte sich gern vergrößern und mehr Kinder aufnehmen, da sie der Nachfrage des Dorfes momentan nicht gerecht werden kann.
Durch die Abgeschiedenheit des Ortes hat die Schule bisher kaum Unterstützung von Außen bekommen. Die provisorischen Klassenräume wurden gemeinsam durch die Dorfbewohner mit Materialien des eingestürzten Gebäudes errichtet.

Um den Schulalltag wieder aufnehmen zu können sind Neubauten nötig, welche die vorherigen Gebäude ersetzen bzw. ergänzen. Erschwert durch die besondere Lage des Dorfes ist es notwendig, auf Materialien aus der Umgebung zurückzugreifen. Der lokale Bruchstein kann hierbei als Mauerwerk sowie das Holz aus dem benachbarten Wald als Dachkonstruktion benutzt werden. Alle weiteren Materialien müssen unter großem Kraftaufwand, zu Fuß den Berg hinauf getragen werden.

Urleni2

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Steckbrief: Badri Prasad Dhunganal

Badri Prasad Dhunganal

  • Age: 35
  • Schulleiter Shree Chandeshwori Primary School
  • Sindhupalchowk, Fataksilais

Bei unserem Besuch in der Schule hat uns Mr. Dhunganal freundlich empfangen und uns persönlich die Räumlichkeiten gezeigt. Er war sehr sympathisch und hat uns viel über das alte Schulgebäude und die Zerstörung durch das Erdbeben erzählt. Zusammen mit drei anderen Lehrern unterrichtet er 75 Schüler der Klassen eins bis fünf und eine Vorschulklasse.

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Shree Chandeshwori Primary School

Sinhulpachowk1

Am gleichen Tag ging es für uns erst mit dem Bus, dann noch etwa 30 Minuten zu Fuß bergauf zur nächsten Schule im Distrikt Sindhulpachowk. Die Schule befindet sich am Ende des Dorfes auf einem kleinen Plateau oben auf dem Berg. Etwa 75 Schüler in 5 Klassen und zwei Vorschulklassen besuchen die Schule. Derzeit gibt es fünf provisorische Klassenräume.

Als wir ankamen sahen wir zuerst eine grüne Bambushütte und dahinter zwei kleine Wellblechröhren. Gegenüber dieser provisorischen Gebäude machte sich ein mannshoher Schuttberg auf, der alles war, was vom ursprünglichen Schulgebäude übrig geblieben ist. Um zur Toilette zu gelangen müssen die Schüler diesen Schuttberg überwinden. Einige Meter tiefer und schwer zu erreichen fanden wir noch ein angefangen Neubau, von dem allerdings nur die Stahlkonstruktion des Wellblechdaches fertiggestellt worden ist, da für den Rest das Geld nicht reichte. Das ganze Gelände steht auf sehr sandigen Grund, sodass bei starken Regen und weiteren Erdbeben große Teile abrutschen können. In der Region Sindhulpachowk lagen auch die Epizentren der großen Beben im vorigen Jahr, und es kommt sehr häufig noch zu deutlich spürbaren Nachbeben.

Ein geregelter Schulablauf ist derzeit bedingt möglich, nichtsdestotrotz müssen die Provisorien durch Neubauten ersetzt werden. Hierfür werden sechs neue Klassenräume, sowie eine Bücherei und ein Computerraum benötigt.

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Shree Nabin Gram Shiksha Mandir Secondary School

Mandir2

Da der „Shivaratri“-Feiertag, zu Ehren Lord Shivas, auf den letzten Montag fiel und der internationale Weltfrauentag sich diesem anschloss, blieben die Schulen geschlossen. Wir nutzen die freien Tage um etwas herumzureisen und das Land zu erkunden. Mit öffentlichen Bussen fuhren wir in die Annapurna Region, konnten den Himalaja sehen und einige Gipfel erklimmen.

Zurück in Sankhu, machten wir uns am darauffolgenden Montag auf den Weg zur nächsten Schule in Nonglebhare, Shankharpur. Wir wurden freundlich vom Schulleiter und den Lehrern empfangen, um anschließend gemeinsam die Schule zu besichtigen, welche 264 Schüler unterrichtet. Diese teilen sich auf 10 Klassen und eine Vorschulklasse auf, so werden zum Unterrichten der Schüler insgesamt 14 Räume benötigt, die momentan auf fünf Bestandsgebäude aufgeteilt sind. Von den fünf Bestandsgebäuden haben lediglich zwei das Erdbeben nahezu unbeschadet überstanden. Diese beherbergen vor allem Klassenräume, die Aufenthaltsräume der Lehrer und des Schulleiters, sowie die Räumlichkeiten der Vorschulklasse. Von den anderen Gebäuden droht eines abzurutschen, bei einem anderen wurden notdürftig die Außenwände mit Wellblech ausgebessert. Dieses kann nur teilweise genutzt werden, da die Kinder Angst vor einem erneuten Erdbeben haben und sich in diesem nicht sicher fühlen.

Mit der Hilfe finanzieller Unterstützung, war es der Schule möglich einen sechsten Baukörper zu errichten, dieser ist jedoch noch nicht fertiggestellt. Er soll in Zukunft als Computerraum genutzt werden, wird aber leider nicht als erdbebensicheres Gebäude errichtet. Zusätzliche zu der Instandsetzung der bestehenden Gebäude benötigt die Schule sechs Klassenräume.

Auch wenn es auf den ersten Blick den Anschein macht, dass die Schule nahezu intakt ist, lassen sich bei genauerem Hinsehen deutliche Mängel erkennen, die über eine Reparatur hinaus bedürfen. Dringende Hilfe bedarf es bei den beiden, vom Erdbeben besonders betroffenen, Gebäuden. Hier ist aufgrund der Zerstörung ein Neubau unabdinglich. Die restlichen, zur Zeit noch benutzten, Gebäude sehen auf den ersten Blick unbeschadet aus, entsprechen aber leider nicht den heutigen Ansprüchen eines erdbebensicheren Gebäudes, und sollten ebenfalls durch Neubauten ersetzt werden. Lediglich das älteste Gebäude erscheint so massiv, dass es auch kommende Erdbeben überstehen könnte.

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Steckbrief: Amrit Lama

Amrit

  • Agriculture
  • Age: 28
  • Kintang, Nuwakot

Während unseres Aufenthaltes in Kintang war Amrit neben Mukesh unser Ansprechpartner. Er hat uns die Umgebung gezeigt und uns viel über das Dorf, vor allem auch über die Zeit während und nach dem Beben, erzählt. Er war sehr offen, interessiert und ließ auch persönliche Eindrücke zu. An einem der Abende berichtete er uns sehr bewegend, wie er das Erdbeben in seinem Zuhause miterlebte und später zeigte er uns dann das, was von seinem Haus übrig geblieben ist.

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Steckbrief: Karma Lama

Karma

  • student C
  • Age: 17
  • study: 11 class
  • Nuwakot, Kintang

Über Mukesh haben wir Karma in Kathmandu kennengelernt und sind gemeinsam mit ihm in sein Heimatdorf Kintang gefahren. Bei ihm und seiner Familie sind wir für die Zeit untergekommen und während unseres Aufenthalts hat er uns begleitet.

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Steckbrief: Mukesh Khatiwada

Mukesh

  • Health assistant (male nurse)
  • Age: 22
  • Sankhu, near Kathmandu
  • NGO: Ghardailo Nepal

Mukesh war unser erster Kontakt in Nepal und begleitet uns über die gesamte Zeit. Vor knapp einem Jahr hat er seine eigene Organisation gegründet und besucht Schulen im ganzen Land um diese zu unterstützen. Unter anderem klärt er die Schüler über Hygiene, Gesundheit und ihre Lebensplanung auf. Durch seine Unterstützung ist es uns möglich mit den Bewohnern der Dörfer in Kontakt zu kommen. Außerdem erleichtert er uns durch seine Kenntnisse die Reise durch das Land erheblich.

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Secondary School Kintang

SchuleKintang
In unser ersten Woche sind wir von Sankhu zuerst nach Kathmandu, dann nach einer Übernachtung mit einem überfüllten Bus 8 Stunden nach Kintang im District Nuwakot gefahren. Die Reise war holprig, warm und zum Ende hin auch staubig. In Kintang angekommen, wurden wir herzlich von einer einheimischen Familie empfangen und für drei Tage aufgenommen. Der Vater der Familie ist „Head of Monestry“ und einer seiner Söhne arbeitet als Lehrer in der örtlichen Schule.  Die achtköpfige Familie verlor bei dem Erdbeben ihr Haus, wie viele andere Familien auch. Mit Hilfe wohltätiger Organisationen, aber hauptsächlich durch Eigenleistung konnten sie sich ein temporäres zu Hause schaffen. Knapp ein Jahr nach dem Erdbeben baut einer der Söhne immer noch an den nötigen Räumlichkeiten aus Holz und Wellblech. Auch die Schule wurde größtenteils zerstört. Ein gerade erst vor dem Erdbeben fertiggestellter Bau ist nicht mehr nutzbar. Von den restlichen Klassenräumen steht nur noch die grobe Tragstruktur. Behelfsmäßig wurden Planen und Wellbleche als Wände aufgestellt, doch mehr als ein Windschutz ist es nicht und denkbar ungeeignet für die kalte Jahreszeit oder für den heißen Sommer.

Wir wurden mit einer kleinen Zeremonie freundlich von den Schülern und Lehrern empfangen. Zuerst haben wir mit den Lehrern über den derzeitigen Zustand der Schule gesprochen, sowie über dringend notwendige Veränderungen. Schnell wurde klar das es an vielem fehlt und Verbesserungen dringend notwendig sind. Während einer Begehung des Schulgeländes haben wir uns den baulichen Zustand genauer angeschaut und dokumentiert und konnten uns erste Gedanken zu Materialen und Konstruktion machen.

Im Anschluss hat Mukesh eine Unterrichtsstunde über Familienplanung gehalten, die bei den Schülern sehr gut angekommen ist. Außerdem konnten wir uns und unser Projekt kurz den Schülern vorstellen. In einer schriftlichen Hausaufgabe haben die Kinder über ihre Erfahrungen in der zerstörten Schule geschrieben.

Über die gesamte Zeit hat die Familie für uns gekocht, und nach dem immer üppigem Essen haben wir noch lange am Kochplatz gesessen und uns unterhalten. Amrit, einer der Söhne war mehrere Jahre in Kuwait und konnte deswegen Englisch. Er berichtete davon, wie das Dorf vom Erdbeben getroffen wurde, und wie es in den Monaten danach weiter ging. Wir konnten viele Eindrücke sammeln und waren sehr berührt. Am nächsten Morgen war es Zeit uns zu verabschieden und unsere abenteuerliche Rückreise anzutreten.

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